Gewalt als Bild. Die Bilder vom 7. Oktober im Spiegel der visueillen Erinnerung an die Shoah
3. November / 19:00 - 21:00

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 markiert nicht nur eine Eskalation der Gewalt, sondern auch einen Einschnitt in der Geschichte ihrer medialen Darstellung. Täter filmten ihre Verbrechen und verbreiteten sie gezielt über soziale Netzwerke. Zugleich dokumentierten Opfer und Überlebende die Ereignisse – vielfach entstanden dabei die letzten Zeugnisse ausgelöschter Leben. In seinem Essay analysiert Tobias Ebbrecht-Hartmann die besondere Bedeutung dieser Bilder. Er zeigt, warum sie nicht nur Gewalt dokumentieren, sondern selbst Teil der Gewalt sind: als Mittel der Erniedrigung, Einschüchterung und Propaganda. Zugleich stellt er die Frage, warum eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Aufnahmen notwendig ist, um die genozidale Dimension des 7. Oktober zu verstehen und sie in den Kontext der visuellen Geschichte der Shoah einzuordnen.
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Gelegenheit, mit dem Autor über die Macht von Bildern, den Umgang mit visuellen Zeugnissen von Gewalt und die Herausforderungen für die Erinnerungskultur ins Gespräch zu kommen.
Referent*innen
- Tobias Ebbrecht-Hartmann, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, forscht zu visueller Erinnerungskultur und Geschichte, insbesondere zu digitalen Formen des Erinnerns an den Holocaust und dem medialen Umgang mit historischen Filmaufnahmen und Fotografien. Vor allem interessiert er sich dafür, wie Bilder „wandern“ und sich „lesen“ lassen, um ihre vielfältigen Schichten und Bezüge in Vergangenheit und Gegenwart in den Blick nehmen zu können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Verwendungsgeschichte und dem Umgang mit historischen und aktuellen Gewaltbildern.
- Moderation: Daniela Schmohl (Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen)
Veranstalter*innen
Eine Veranstaltung der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und dem Ariowitsch-Haus e. V.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Sie findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. statt
