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Irena Valls: Was einmal wichtiger war als wir

2. Dezember / 16:00 - 17:45
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Reihe: Der Spanische Bürgerkrieg – 90 Jahre danach

Mit ihrem 2026 veröffentlichten Roman Was einmal wichtiger war als wir erzählt Irena Valls eine mitreißende Familiengeschichte vor dem Panorama des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen Pablo und Milena – zwei Menschen, deren Lebenswege von politischen Überzeugungen, Hoffnung und Enttäuschung gezeichnet sind.

Pablo wird 1917 in einer armen Familie in Spanien geboren, sein Vater ist Sozialdemokrat und Tagelöhner, seine Mutter gläubig. Früh schließt er sich der kommunistischen Bewegung an, kämpft im

Spanischen Bürgerkrieg, flieht vor Franco, wird in der Sowjetunion zum Agenten ausgebildet, zurück ins faschistische Spanien geschickt. Er überlebt Gefängnis, Folter und Verrat. Sein Leben ist geprägt von Loyalität – und von der ständigen Konfrontation seiner Ideale mit der Realität.

Milena ist das letzte, ungewollte Kind einer armen Prager Familie. Als Zwangsarbeiterin im Deutschen Reich erlebt sie unmenschliche Härte, aber auch Liebe und Verlust. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges folgt sie ihrer großen Liebe nach Frankreich, kehrt wenige Jahre später in ein misstrauisches, von stalinistischer Enge geprägtes Prag zurück. Als sie dort Pablo begegnet, verbindet sie mehr als nur Zuneigung – es ist der Glaube an eine gemeinsame Idee: den Kommunismus.

Ihr gemeinsames Leben führt sie nach Ost-Berlin. Das Familienleben wird stark von den jeweiligen politischen Ereignissen bestimmt. Schon vor der Zerschlagung des Prager Frühlings 1968 rückt Pablo von den Sowjets ab und wird Eurokommunist.

Als Ende der 1990er Jahre die eurokommunistische Bewegung zunehmend an Einfluss verliert, flieht Pablo in die Demenz, während Milena in Depression versinkt.

 


Referentin

Irena Valls, 1957 in der damaligen Hauptstadt der DDR geboren, kennt die Brüche und Umwege eines bewegten Jahrhunderts aus eigener Erfahrung. Nach einem Slawistik Studium in Berlin und Prag und ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Assistentin mit dem Schwerpunkt tschechische Poesie, führte sie ihr Weg als alleinerziehende Mutter in den 1980er Jahren nach Schweden, wo sie Sozialarbeit studierte. Der Zusammenbruch der DDR ermöglichte ihr die Rückkehr nach Berlin. In der Folge ließ sie sich zur Paar- und Familientherapeutin ausbilden und arbeitete bis 2020 in einer kommunalen Erziehungs- und Familienberatung in Berlin.

 


Veranstalter*innen

Eine Veranstaltung der Professur Kultureller und Sozialer Wandel der Technischen Universität Chemnitz in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Regierung von Katalonien in Deutschland, dem Institut Ramon Llull und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

 


Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe »Der Spanische Bürgerkrieg – 90 Jahre danach«. Weitere geplante Veranstaltungen:

 


*Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Sie findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V. statt.

Details

Veranstaltungsort

Veranstalter

Weitere Angaben

Zielgruppe
Auszubildende, Bundesfreiwillige, Freiwilliges Soziales Jahr, Jugendliche, Erwachsene, Mandatsträger:innen, Schulklassen, Studierende, Verwaltung, Vereine, Verbände, Bildungseinrichtungen
Eigenschaften
kostenfrei